Alkohol bei Bindungsangst

Alkohol enthemmt. Da liegt der Gedanke nahe: Warum nicht etwas trinken, um die Angst vor Nähe zu überwinden, die Angst sich auf einen anderen Menschen einzulassen? In diesem Artikel geht es um die Auswirkungen von Alkohol auf den Körper und auf die Psyche. Und es wird klar werden, dass die Wirkung von Alkohol bei Bindungsangst in verschiedenen Situationen und bei verschiedenen Menschen unterschiedlich ist. Die Zusammenhänge sind sehr viel komplexer, als es zunächst scheinen mag.

Alkohol bei Bindungsangst Die Illusion der Kontrolle: Alkohol als Flucht vor emotionaler Nähe

Alkohol wird oft als eine Art Bewältigungsmechanismus verwendet, um die Angst vor emotionaler Nähe und Verwundbarkeit zu betäuben. Für Menschen mit Bindungsangst kann der Konsum von Alkohol ein vorübergehendes Gefühl der Kontrolle und Entspannung vermitteln. In Momenten der Unsicherheit oder des emotionalen Drucks trinken sie, um die Angst vor Intimität zu reduzieren und sich vor zu großer Nähe zu schützen.

Diese Flucht in den Alkohol kann zwar kurzfristig Erleichterung bieten, schafft jedoch eine gefährliche Abhängigkeit, die langfristig die Fähigkeit beeinträchtigt, gesunde, stabile Beziehungen aufzubauen. Die paradoxe Realität ist, dass die Suche nach Kontrolle durch Alkohol letztlich zu einem Verlust von Kontrolle über das eigene Leben und die eigenen Emotionen führt, wodurch die Kluft zum Partner nur immer größer wird. Das sich wiederholende Muster von Trinken statt Kommunizieren verstärkt nicht nur die Bindungsangst, sondern führt auch zu Isolation und einer ungesunden Abwärtsspirale, die echte Nähe und Bindung zunehmend erschwert.

Im Feinstoffkörper hängen die Gefühle von Abhängigkeit, Angst vor Abhängigkeit und Kontrollverlust mit dem Solar Plexus Chakra in der Magengegend zusammen. Wenn durch eine Feinstofftherapie die Blockaden in dieser Gegend aufgelöst werden, dann führt das zu größerer Entspannung. Man kann dann leichter mit Konflikten umgehen und die eigenen Wünsche und Gefühle gelassener wahrnehmen und auch dem Partner vermitteln.

Bindungsangst und Alkoholkonsum werden genährt durch Angst vor Abhängigkeit

Angst vor Abhängigkeit Aus Angst vor Nähe meidet man das Entstehen einer gesunden Bindung. Da gleichzeitig der Wunsch, nicht allein zu sein, vorhanden ist, kommt Alkohol gerade recht. Mit Alkohol kann ein bindungsängstlicher Mensch aus sich herausgehen und Gefühle zulassen. Da entsteht leicht der Glaubenssatz: „Nur mit Alkohol kann ich mit anderen Spaß haben.“ Alkohol wird so zu sagen zu einem „Medikament“ gegen Angst. Solche Glaubenssätze entstehen schleichend und damit weitgehend unbewusst.

Aus Angst vor der Abhängigkeit von einem geliebten Menschen rutscht man so unter Umständen langsam aber sicher in eine Abhängigkeit vom Alkohol. Da dieser Prozess nicht von heute auf morgen passiert, gibt es viele Chancen auszusteigen, wenn man sich der Destruktivität dieser Entwicklung bewusst wird. Es gilt sich den eigenen Ängsten zu stellen. Ängste sind die Ursache für viele Probleme, aber erfreulicherweise sind sie auch leicht therapierbar. Wenn man erst einmal die Erfahrung gemacht hat, dass die Angst kleiner wird, wenn man nicht vor ihr wegläuft, dann entsteht das Gefühl von Sicherheit. Der Feinstoffkörper entspannt sich und man fühlt sich wohler.

Die Suche nach Sicherheit: Bindungsangst und die Anziehungskraft von Alkohol

Da Körper und Psyche verletzlich sind, kommt es zu gefährlichen Situationen. Das lässt sich kaum vermeiden. Das Streben nach Sicherheit gehört also zum menschlichen Leben dazu. Alkohol hat kurzfristig eine enthemmende und Angst reduzierende Wirkung. Schüchternen Menschen fällt es nach einem Drink leichter, aus sich herauszugehen. Die Gefahr ist, dass man verführt wird, sich nicht um die Ursachen von übertriebenen Hemmungen und Ängsten zu kümmern. Die Ursache liegt in Verletzungen, die wir in der Vergangenheit erlitten haben. Verletzungen im Feinstoffkörper führen oft zu der unbewussten Einstellung: „Das darf nicht wieder geschehen!“ Wenn eine geliebte Person uns verlassen hat, zu einem Zeitpunkt, als wir abhängig von ihr waren, dann will etwas in uns um jeden Preis verhindern, dass wir wieder abhängig werden. In gewisser Weise ist Bindungsangst also ein Heilungsversuch: Wenn ich mich nicht auf einen anderen Menschen einlasse, dann verhindere ich, dass ich enttäuscht werde.

Wenn man sich mit der Bindungsangst auseinandersetzt, kann der Heilungsprozess im Feinstoffkörper konstruktivere Bahnen einnehmen. Zum Beispiel kann man erfahren, das Nähe in einer Beziehung nicht in jedem Fall gefährlich ist.

Der Glaubenssatz „Bindung ist gefährlich“ ist eine Folge eines Traumas, einer Verletzung. Wenn das Kind befürchtet, die Mutter verlässt mich, lässt mich im Stich, dann wirkt das wie ein Schock. Es kann zu einer Dissoziation kommen. Ein Anteil des Kindes spaltet sich ab und bleibt in der Vergangenheit zurück. Und immer dann, wenn wieder einmal die Gefahr besteht, dass man verlassen wird, meldet sich dieser kindliche Anteil mit den Gefühlen von damals. Das ist etwas, was man als Retraumatisierung bezeichnen kann. Wir reagieren dann nicht mehr als erwachsene Menschen, sondern als das Kind, was wir damals waren.

Alkohol stört den Heilungsprozess, weil man mit ihm dem Schmerz und der Angst ausweichen kann. Der kindliche Anteil möchte angenommen, integriert werden. Aber das bedeutet, dass man nicht vor der Angst davonläuft. Wenn man durch den Griff zur Flasche Bindungsangst und Verlustangst verschwinden lassen kann, dann ist scheinbar das eine einfache Lösung. Die Angst verschwindet und man fühlt sich gut, doch der Rückschlag kommt bestimmt. Denn die Ängste melden sich wieder und wieder, bis das Trauma aufgelöst ist.

Emotionaler Rückzug: Die schleichende Gefahr von Bindungsangst und Alkohol

Vermeidung von enger Bindung und Alkohol sind zwei Strategien, sich nicht mit unangenehmen Gefühlen beschäftigen zu müssen. Wer Bindungsangst hat, geht Nähe und Verbindlichkeit und den damit verbundenen Gefühlen aus dem Weg. Wer Alkohol trinkt, betäubt unangenehme Gefühle wie zum Beispiel das Gefühl zu versagen, nicht gut genug zu sein. Bei Bindungsangst und bei Alkohol besteht die Gefahr des emotionalen Rückzugs in eine Welt, zu der andere Menschen keinen Zugang haben. Jedes Mal, wenn wir erfolgreich mit Hilfe dieser Abwehrstrategien die unangenehme Gefühle wie Bindungsangst oder Verlustangst meiden, behindern wir den Heilungsprozess.

Bindungsangst und Glückshormone

Kurzfristig kann Alkohol wegen seiner Hemmungen lösenden Wirkung tatsächlich die Angst vor Nähe verringern. Durch Alkohol kommt es zu einer Ausschüttung von Glückshormonen wie Dopamin, Oxytocin und Serotonin. Das kann dazu führen, dass man sich kurzzeitig entspannt und weniger Angst empfindet.

Allerdings ist diese Wirkung nur von kurzer Dauer. Am nächsten Tag, wenn der Alkoholgehalt im Körper gesunken ist, kann es zu einem sogenannten „Hangxiety“ (eine Kombination aus „Hangover“ und „Anxiety“) kommen. Dies bedeutet, dass die Angstgefühle nach dem Alkoholkonsum sogar stärker werden können. Dies liegt daran, dass der Körper versucht, den durch den Alkohol gedrosselten Botenstoff Glutamat wieder auf normale Werte zu bringen, was zu erhöhten Angstgefühlen führen kann.

Langfristig kann regelmäßiger Alkoholkonsum auch zu einer Verschlechterung der psychischen Gesundheit und einer Schrumpfung des Gehirns führen. Menschen, die häufig Alkohol trinken, um ihre Ängste zu betäuben, können eine Abhängigkeit entwickeln und möglicherweise eine Angststörung ausbilden.

Alkohol ist in unserer Gesellschaft die weitesten verbreitete psychoaktive Droge. Sie ist gesellschaftlich so akzeptiert, dass viele Menschen den regelmäßigen Konsum von Alkohol für normal halten. Natürlich weiß jeder, dass Alkohol schädlich ist. Aber weil Alkohol Glückshormone ausschüttet, werden die gesundheitlichen Folgen gerne verdrängt.

Jemand, der bei abendlichem geselligen Beisammensein oder bei einem ausgelassenen Fest keinen Alkohol trinken will, wird als Spaßbremse angesehen. Tagsüber und im beruflichen Kontext hat sich schon einiges geändert: Wenn jemand tagsüber keinen Alkohol trinkt, dann ist das akzeptiert: Schließlich weiß man ja, dass Alkohol die berufliche Leistungsfähigkeit und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt. Der täglich Alkoholkonsum hat sich dementsprechend in den Abend verlagert.

Doch hier soll es nicht um die schädlichen Auswirkungen von Alkohol an sich gehen, sondern um den Zusammenhang von Alkohol und Bindungsangst.

Die ersten Jahre der Kindheit sind entscheidend

Bindungsangst und Alkohol-Abhängigkeit: Ursachen in der Kindheit Alkohol-Abhängigkeit und Bindungsangst haben eine gemeinsame Ursache: Traumatische Erfahrungen im ersten Lebensjahr. Ein Neugeborenes ist vollständig abhängig von der Fürsorge seiner Bezugspersonen. Das Saugen an der Brust der Mutter schüttet Glückshormone aus und beruhigt ein gestresstes Baby innerhalb von wenigen Augenblicken. Doch jede Störung des liebevollen Zusammenseins mit der Mutter in der sensiblen Kleinkindphase kann eine extreme Überforderung sein, mit traumatischen Folgen.

Kommt es zum Beispiel in dem ersten Lebensjahr durch einen Krankenhaus-Aufenthalt von Mutter oder Kind zu einer vorübergehenden Trennung, dann wirkt das wie ein Schock. Ein gesundes Urvertrauen kann sich nicht entwickeln. Aber auch dann, wenn die Mutter eine Depression hat oder selbst traumatisiert ist, kann sie dem neuen Erdenbürger nicht die Aufmerksamkeit und Zuwendung geben, die er so dringend braucht.

Wenn die Mutter zu dem Baby keine innige Bindung aufbauen kann, dann kann bei dem Kind der Glaubenssatz entstehen: „Ich bin nicht okay.“ Es fühlt sich von der Mutter nicht gesehen. Und das kann zur Folge haben, dass man als Erwachsener ein unsicheres oder gestörtes Bindungsverhalten gegenüber einem Partner hat.

Wenn die Mutter dem Baby in den prägenden ersten Jahren nicht die Aufmerksamkeit schenken konnte, die es für eine gesunde Entwicklung braucht, kommt es oft zu feinstofflichen Verletzungen. Ein Teil vom Baby gibt auf und spaltet sich ab. Der kindliche Anteil, der aufgegeben hat, bleibt in der Vergangenheit hängen. Aber er meldet sich bei jeder passenden Gelegenheit wieder. Zum Beispiel ist die Sehnsucht nach dem, was die Mutter dem Baby an Aufmerksamkeit und Zuwendung nicht geben konnte, immer noch da.

Wenn dann im späteren Leben eine Liebesbeziehung entsteht, wird der kindliche Anteil aktiviert. Seine Erwartungen an den Partner sind riesengroß. Gibt der Partner einem nicht die Aufmerksamkeit, die der kindliche Anteil aus seiner eigenen Bedürftigkeit heraus braucht, dann entsteht sehr schnell Verlustangst. Und um diese Verlustangst zu vermeiden, geht man unter Umständen der Gefahr sich zu binden aus dem Weg.

Um nicht noch einmal in eine völlige Abhängigkeit von einem anderen Menschen zu geraten, vermeidet man zu große Nähe zu anderen Menschen. Bindungsangst schützt einen vermeintlich vor Abhängigkeit: Der kindliche Anteil, der die Abhängigkeit als schmerzhaft und frustrierend erlebt hat, versucht alles, um eine erneute Abhängigkeit zu vermeiden.

Bindungsangst ist auch in der Pop-Kultur ein gern behandeltes Thema. Der Film „Die Braut, die sich nicht traut“ mit Julia Roberts zeigt, wie es trotz Liebe immer wieder zu Situationen kommt, in denen die Braut vor der letzten Konsequenz einer Bindung zurückschreckt.

Die Macht kindlicher Anteile in uns

Kindliche Anteile können eine große Macht bekommen, weil sie einseitig sind. Während für ein Erwachsenen eine differenzierte Beurteilung verschiedenster Aspekte einer Lebenssituation möglich ist, kann das der kindliche Anteil nicht. Er lebt noch in dem Bewusstsein von damals; und in einer Art Tunnelblick gibt es für ihn nur ein Ziel: Das traumatische Erlebnis von damals darf sich nicht wiederholen.

Einerseits ist da der Wunsch nach der bedingungslosen Liebe, die die eigene Mutter nicht geben konnte. Und andererseits die Furcht, dass der geliebte Mensch einen enttäuschen wird. Unrealistisch große Erwartungen an den Partner und gleichzeitig die Angst, erneut verletzt zu werden: Unter diesen Bedingungen steht eine Liebesbeziehung von Anfang an unter ungünstigen Vorzeichen.

Das Bindungsverhalten der Mutter zum Baby kann einen erheblichen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von Alkohol-Abhängigkeit haben. Eine verlässliche und liebevolle Bindung kann das Selbstwertgefühl und die emotionale Stabilität eines Kindes stärken, was wiederum das Risiko für Suchtverhalten im späteren Leben verringern kann.

Kinder, die eine sichere Bindung zu ihren Eltern haben, sind besser in der Lage, Stress und emotionale Herausforderungen zu bewältigen. Dies kann dazu beitragen, dass sie weniger geneigt sind, zu Substanzen wie Alkohol zu greifen, um mit ihren Gefühlen umzugehen.

Die Angst vor der Angst und wie Feinstofftherapie wirkt

Wenn Bindungsangst ein Versuch ist, emotionale Abhängigkeit zu vermeiden, dann belohnt man sich jedes Mal, wenn man dem Entstehen von emotionaler Nähe ausweicht. Wenn man jemanden mag, es ihm aber nicht zeigt, dann vermeidet man die unangenehme Erfahrung, zurückgewiesen zu werden. Aber gleichzeitig wird die Bindungsangst größer.

Die „Angst vor der Angst“ bezeichnet die Angst vor den eigenen Angstreaktionen und Symptomen. Hierbei handelt es sich um eine Form der Erwartungsangst, bei der Menschen befürchten, erneut Angst oder Panik zu verspüren. Dies kann oft dazu führen, dass die Betroffenen Situationen vermeiden, in denen sie bereits einmal Angst erlebt haben, was das Problem langfristig verschlimmern kann.

Jedes Vermeiden von angstauslösenden Situationen steigert so die Angst. Wenn man die Gefühle von Zuneigung und Wunsch nach Nähe konsequent vermeidet, dann wächst die Bindungsangst. Andererseits: Wenn man erfahren hat, dass „es gar nicht so schlimm“ war, zunehmende Nähe zu erleben, dann schrumpft die Angst vor der Angst.

Feinstofftherapie beseitigt die Blockaden im Feinstoffkörper, die durch Verletzungen und Schocks in der Vergangenheit entstanden sind.
Bei Bindungsangst kann Feinstofftherapie helfen.

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