Vermeidender Bindungsstil

Ein vermeidender Bindungsstil beschreibt ein Beziehungsmuster, bei dem jemand Nähe zwar grundsätzlich will, aber sie gleichzeitig vermeidet. Diese Ambivalenz entsteht für diese Menschen, weil emotionale Nähe sich für sie unsicher oder bedrohlich anfühlt; gehen sie in Distanz, dann gibt ihnen das subjektiv mehr Sicherheit.

Menschen mit vermeidendem Bindungsstil betonen oft stark ihre Unabhängigkeit, wirken sehr autonom, cool oder „brauchen niemanden“ und halten emotionalen sowie oft auch körperlichen Abstand.

vermeidender Bindungsstil

Gefühle werden eher heruntergespielt oder rationalisiert; intime Gespräche und verbindliche Entscheidungen (z. B. Zusammenziehen, Kinder, „Beziehungs-Label“) können starken inneren Druck auslösen. Allein die Frage: „Haben wir jetzt eine Beziehung?“ kann bei einigen Menschen mit vermeidendem Bindungsstil Panik auslösen.

Innerlich bestehen häufig Verlustängste und die Überzeugung, nicht wirklich liebenswert zu sein, sodass Nähe mit einem Risiko von Ablehnung verknüpft ist; Distanz dient als Schutzmechanismus.

In einer Bindungsangst-Gruppentherapie können Menschen mit einem vermeidenden Bindungsstil am Beispiel von anderen Menschen erkennen, was sie bei sich selbst nicht erkennen können. Jeder hat einen blinden Fleck, der verhindert, dass man aus seinem Muster aussteigen kann. Die eigenen Verstrickungen erscheinen einem unlösbar, während einem die Probleme der anderen sehr leicht lösbar erscheinen.

Mehr dazu: online Bindungsangst-Gruppentherapie

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